März 29th, 2009
Schon lange möchte er dem Zauber des Anfangs auf die Schliche kommen, dem Geheimnis der ersten Sätze auf die Spur kommen.
Viele Verlage bieten auf ihren Webseiten inzwischen Leseproben zum Download an. Da könnte man bequem Texte sammeln, ohne sie selbst abtippen zu müssen. Mit ein paar Klicks lassen sich die ersten hundert Wörter in die Textverarbeitung oder eine Tabellekalkulation kopieren, alphabetisch sortieren und vergleichen. Und dann stellt sich heraus, dass es bestimmte Wörter gibt, die in diesem Anfängen immer wieder auftauchen. Oder gerade nicht. Dieses Wissen kann man dann dazu nutzen, selbst einen guten Anfang zu schreiben.
Posted in Schreiben, Duell der Romananfänge | No Comments »
August 23rd, 2007
Es heisst «gib» (nicht «gebe») acht und «lies» (nicht «lese») das genau durch. Noch schlimmer ist allerdings die Bedrohung für die 2. Person Plural (siehe dazu den Mediensplitter «Hält den Dieb!»).
Der Zwiebelfisch-Kolumnist Bastian Sick bietet nebst unterhaltsamen Büchern über Sprachsünden auch Online-Tests an. Hier kann man prüfen, ob man in Fragen der Grammatik und des Stils wirklich sattelfest ist. Also gleich weiter zum: Deutsch-Test!
Posted in Sprache | No Comments »
Juni 3rd, 2007
Bewegung ist alles. Wer stillsteht, fällt zurück. So will man uns wenigstens weismachen. Und wer’s nicht glaubt, ist sowieso von gestern. Aber schlafen wir ruhig eine Nacht drüber, denn am nächsten Tag sieht die Welt schon wieder anders aus. Wir sind ja ständig in Bewegung.
Damit das auch so bleibt, räumen wir Hindernisse weg und passen die Wirklichkeit unseren Bedürfnissen an. Zum Beispiel sind die Strassen viel geräumiger geworden. Grosszügige Kreisel führen den Verkehr flüssig um die kritischen Kreuz- und Knotenpunkte. Selbst zu Fuss kommen wir auf den ausladenden Gehsteigen reibungslos aneinander vorbei, seit die Autos hier nicht mehr parken dürfen. Während schmale Naturpfade den Spaziergängern noch den Gänsemarsch aufzwingen, können Stadtbummler schon fast in Riverdance-Formation übers Trottoir tippeln.
Aber wir haben uns wieder einmal zu früh gefreut und die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Der gebietet unserer Mobiliät mit neuem Mobiliar Einhalt und stellt Tische und Stühle vors Lokal. Oder eine sperrige Klapptafel steht unübersehbar im Weg und weist die Vorbeiziehenden auf die geöffnete Gartenlaube hin.
Vor anderen Geschäften das gleiche Bild! Stillschweigend hat in der Ladenstrasse eine Umzonung stattgefunden. Alle paar Meter werden A-Ständer aufgebockt und blockieren den Durchgang. Die Shopping-Tour wird zur hindernisreichen Slalomstrecke. Wer es da eilig hat, gerät bei dem Barrikadenkampf unter ein Auto oder landet durch ein Ausweichmanöver auf dem entgegenkommenden Kinderwagen.
Offenbar haben wir das Konzept nicht begriffen. Angeblich handelt es sich bei den sogenannten Kundenstoppern nämlich um unverzichtbare Werbeträger: Die Bockständer wecken Kaufimpulse direkt am Point of Sale, preisen Hersteller die Errungenschaft. Ich verspüre dagegen einen ganz anderen Impuls – die bockigen Dinger wie lästige Pop-up-Fenster einfach wegzuk(l)icken.
Kunden darf man nicht stoppen, sinniere ich am Boden liegend. Passanten möchten passieren. Aber vielleicht liege ich da falsch und sollte mich mit der Masse bewegen.
Posted in Aufmerksamkeit | No Comments »
September 25th, 2006
Zuerst sah ich nur ihren Nacken, die sauber ausrasierte weisse Haut unter dem Haaransatz. Der Wunsch, sie zu töten, kam viel später.
—Krill
Posted in Duell der Romananfänge | 1 Comment »
September 25th, 2006
Magor lädt euch ein zum Duell der Romananfänge … Erlaubt sind nur ein paar Sätze. Mehr hat ein guter Text ja im richtigen Leben auch nicht. Es ist so wie bei einer dieser Casting-Shows. Die Jury muss gleich spüren, ob das was taugt.
In den Kommentaren darf man Noten geben. Du bist weiter. Wir sehen uns im Recall (oder muss es Rewrite heissen?). Schreib weiter - vielleicht hab ich dein Talent noch nicht erkannt …
Posted in Duell der Romananfänge | No Comments »