Magoria by Daniel Ammann

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Virtualität als Unterrichtsgegenstand

«Virtualität als Unterrichtsgegenstand? – Aufgaben und Ziele schulischer Medienbildung.»
Daniel Ammann & Friederike Tilemann.

Bilder und Töne entziffern / Des Images et des sons à déchiffrer.
Baden: hier + jetzt, 2009. S. 98–106.

ISBN 978-3-03919-121-5

Im Unterricht werden audiovisuelle Dokumente nach wie vor hauptsächlich als Illustrationsmaterial eingesetzt. Die vertiefte Interpretation von Fernseh-, Radio- und Filmbeiträgen sollte aber einen gewichtigeren Platz in der Bildungslandschaft bekommen. Der Tagungsband zu dem von Memoriav in Aarau veranstalteten Kolloquium versammelt pädagogische und didaktische Initiativen sowie Methoden, die auf verschiedenen Bildungsstufen nach der Inszenierung und der Wirkung von Bild- und Tondokumenten fragen.

Seit der Entstehung der Schrift vor 5000 Jahren oder der Einführung der Zentralperspektive durch die Renaissancemalerei haben vor allem medientechnische Innovationen das Gesicht der Welt verändert und unsere Wahrnehmung von Wirklichkeit revolutioniert. Gutenbergs Druckpresse, Senefelders Lithografie oder die Erfindung der Schreibmaschine, der Fotografie und des Kinos gelten als wichtige Meilensteine auf dem Weg in die heutige Mediengesellschaft.
Erst mit der modernen Nachrichtentechnik, der Verbreitung elektronischer Massenmedien und dem Anbruch des digitalen Zeitalters sind Medien jedoch zu einem zentralen gesellschaftlichen Faktor geworden. – «Medien», wie die Philosophin Sybille Krämer betont, «übertragen nicht einfach Botschaften, sondern entfalten eine Wirkkraft, welche die Modalitäten unseres Denkens, Wahrnehmens, Erfahrens, Erinnerns und Kommunizierens prägt.» Der vorliegende Beitrag geht der Frage nach, welche Aufgaben sich daraus für die heutige Schule ergeben und wie eine zeitgemässe Medienbildung aussehen kann. Ein Blick in das neue Lehrmittel «Medienkompass» soll beispielhaft aufzeigen, dass sich selbst Themen wie Virtualität und digitale Bilder durchaus für den Unterricht in der Volksschule eignen.

 

«Wenn ich nicht notiere, bleibt alles unwirklich, dachte ich. […] Ich überliess mich der Sprache, den Sätzen, dem Parlando wie einem Schlitten, um mich hintragen zu lassen.»
Paul Nizon, Das Jahr der Liebe