{"id":4277,"date":"2024-08-22T12:09:06","date_gmt":"2024-08-22T12:09:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.magoria.ch\/dam\/?p=4277"},"modified":"2025-12-30T11:27:33","modified_gmt":"2025-12-30T11:27:33","slug":"heute-schon-gemoegt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.magoria.ch\/dam\/heute-schon-gemoegt\/","title":{"rendered":"Heute schon *gem\u00f6gt?"},"content":{"rendered":"\n<p>Mit den Wort-Importen ist es so eine Sache. Mal werden sie in Aussprache und Schreibweise den deutschen Sprachgepflogenheiten angepasst, mal wieder nicht. Man darf&nbsp;<em>Expos\u00e9<\/em>&nbsp;oder&nbsp;<em>Exposee<\/em>&nbsp;schreiben, soll&nbsp;<em>Annonce<\/em> hingegen franz\u00f6sisch und <em>Anchorperson<\/em>&nbsp;englisch artikulieren. Eine echte&nbsp;<em>Challenge<\/em>&nbsp;also, wenn nicht gar ein&nbsp;<em>Knock-out<\/em>, weil den W\u00f6rtern auf Anhieb nicht immer anzusehen ist, woher sie kommen und wie sie es gerne h\u00e4tten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.magoria.ch\/pictures\/lik-image.png\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\u00a0<\/div>\n\n\n\n<p>Auch im Fall von&nbsp;<em>Likes<\/em>,&nbsp;<em>Fakes<\/em>,&nbsp;<em>Scans<\/em>&nbsp;und&nbsp;<em>Timing<\/em>&nbsp;behalten die W\u00f6rter ihren linguistischen Migrationshintergrund. So weit kein Problem, also&nbsp;<em>no prob<\/em>. Daran haben wir User:innen uns bereits gew\u00f6hnt. <em>Tricky<\/em>&nbsp;wird es erst, wenn die eingef\u00fchrten Vokabeln als Verben unsere S\u00e4tze aufmischen und korrekt&nbsp;<em>gemanagt<\/em> werden wollen. Dann muss n\u00e4mlich richtig <em>gelikt<\/em>,&nbsp;<em>gefakt<\/em>,&nbsp;<em>gescannt<\/em>&nbsp;und&nbsp;<em>getimt<\/em> werden, damit sie nicht <em>gecancelt<\/em> (von der Kanzel herab exkommuniziert?) oder <em>gehatet<\/em> (geh\u00e4utet?) werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Bevor die aktualisierte Rechtschreibpr\u00fcfung vorliegt und&nbsp;<em>downgeloadet<\/em>&nbsp;werden kann, empfiehlt es sich, schon mal das eigene&nbsp;<em>Know-how<\/em>&nbsp;<em>upzudaten<\/em>&nbsp;und seine Orthografie frisch zu&nbsp;<em>tunen<\/em>. Man kann die neue Schreibweise&nbsp;<em>liken<\/em> oder auch nicht. Wenn man keine anderen Ausdr\u00fccke zur Hand hat, gilt vorderhand der Duden, und der wartet punkto Wortbildung bei der eindeutschenden Integration mit einer einfachen \u00dcberlegung auf: Partizipien schwacher Verben werden im Deutschen prinzipiell aus <strong>ge + Wortstamm + t<\/strong>&nbsp;gebildet. Analog zu&nbsp;<em>machen \u2013 gemacht<\/em> heisst es also <em>liken \u2013 gelikt<\/em>,&nbsp;<em>faken \u2013 gefakt<\/em>, <em>stylen \u2013 gestylt<\/em>. Warum es trotzdem&nbsp;<em>designen \u2013 designt<\/em> (und nicht *<em>gedesignt<\/em>) heisst, hab ich noch nicht ganz gecheckt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wie bei den unenglischen Pluralformen <em>Babys<\/em>, <em>Ladys, Parys<\/em> und <em>Communitys<\/em> wird man sich an das ungew\u00f6hnliche Schriftbild gew\u00f6hnen (m\u00fcssen) \u2013 und an den Umstand, dass das stumme <em>e<\/em> bei diesen Verben nicht zum Wortstamm geh\u00f6rt, auch wenn es f\u00fcr die englisch angehauchte Aussprache durchaus eine Hilfe w\u00e4re. Aber schliesslich sind wir gegen&nbsp;<em>fighten<\/em>&nbsp;nicht gefeit.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Like it or leave it<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p>PS Gem\u00e4ss <em>Duden \u2013 Die deutsche Rechtschreibung<\/em> (29. Auflage 2024) ist es ebenfalls zul\u00e4ssig, bei englischen Verben <span class=\"s1\">im Partizip II die <em>Endung -ed<\/em> zu verwenden, sofern der \u00ab<\/span><span class=\"s1\">Infinitiv im Englischen auf stummes&nbsp;e&nbsp;endet\u00bb. Also zum Beispiel:<\/span><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"954\" height=\"242\" src=\"https:\/\/www.magoria.ch\/dam\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/image-2.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-4328\" srcset=\"https:\/\/www.magoria.ch\/dam\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/image-2.png 954w, https:\/\/www.magoria.ch\/dam\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/image-2-300x76.png 300w, https:\/\/www.magoria.ch\/dam\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/image-2-768x195.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-208ef76a6c14b0cbfcc0ecfa13080ca7\"><em>Der Text basiert auf einem  Beitrag, der 2020 unter dem Titel \u00abEs darf gelikt werden\u00bb im Blog des Schreibzentrums der PH Z\u00fcrich erschienen ist.&nbsp;<\/em><\/p>\n<div style=\"margin-top: 0px; margin-bottom: 0px;\" class=\"sharethis-inline-share-buttons\" ><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit den Wort-Importen ist es so eine Sache. 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