«Wer die Wahrheit liebt …»

«Wer die Wahrheit liebt, dem darf auch die Lüge nicht fremd sein …» Brandaktuelle Nachforschungen zum Fälscher Roman Ingold Schuenze (1846 bis 1917).
Von Daniel Ammann und Jürg Seiberth.

Erschienen in:
Variations: Literaturzeitschrift der Universität Zürich 5 (2000) zum Thema «Fälschungen»: S. 157–166.

Roman Ingold Schuenze (1846–1917) lebte von 1870 bis zu seinem Tod in Hochwald, Kanton Solothurn. Hier betätigte er sich als Knecht, als Heilkundiger und als Literat. Seine schriftstellerische Hinterlassenschaft wurde 1925 von seiner Enkelin Olivia Schuenze entdeckt, die zum Gedenken an ihren Grossvater ein kleines Museum einrichtete. Die Schuenze-Forschung gestaltet sich deshalb schwierig, weil sämtliche Werke des Autors anonym bzw. unter Pseudonymen oder Allonymen erschienen sind und weil gegenwärtig noch grosse Teile der Tagebücher sowie der Korrespondenz unter Verschluss gehalten werden. Die vorliegende Arbeit berichtet von einem ersten wissenschaftlichen Augenschein vor Ort.

Das Auge der Verfolgung

Artists’ Book von Mark Staff Brandl und Daniel Ammann.
Steinlithografie in nummerierter Auflage, 26×35 cm, Leporello mit 8 Seiten, Rivespapier, 300 g.
St. Gallen: Stoob Steindruck, 1998. 50 Exemplare.

Das Auge der Verfolgung lässt Wort und Bild in einen spielerischen Dialog treten, ohne das eine dem anderen unterzuordnen. Die große Herausforderung bestand darin, Bild und Text gleichwertig erzählen zu lassen und durch kleine Fenster Bild- und Wort-Ausschnitte in einem anderen Kontext zu zeigen und dabei gleichzeitig voraus- und zurückschauen zu lassen.


Magoria by Daniel Ammann