John Perry: Einfach liegen lassen

Voller Esprit und Selbst­ironie nimmt sich der amerikanische Philosoph John Perry einer Schwäche an, die den meisten nur zu gut vertraut ist. Statt der Aufgabe, die wir uns vorgenommen haben, wenden wir uns lustvoll etwas anderem zu. Wir verplempern kostbare Zeit im Internet, starten ein neues Projekt oder widmen uns hingebungsvoll einer Mail­-Anfrage, deren Beantwortung weder eilt noch in dieser Ausführlichkeit gerechtfertigt ist. Wie Perry in seinem erfrischenden Plädoyer zeigt, hat das keineswegs mit Faulheit, Willensschwäche oder mangelnder Disziplin zu tun. Viele der strukturierten Aufschieber, wie er sie nennt, sind sogar ausgesprochen tüchtig und produktiv. Sie arbeiten einfach lieber an Dingen, die nicht zu oberst auf der Prioritäten­liste stehen – zumindest so lange, bis etwas Unwichtigeres dazwischenkommt oder der Abgabedruck einer anstehenden Arbeit unerträglich wird. Das hat auch Vorteile, denn was wir liegen lassen, erledigt sich zuweilen von selbst. 

Daniel Ammann, 22.5.2015

«Aufschieben mit Plan.»
Akzente 2 (2015): S. 38.


John Perry.
Einfach liegen lassen: Das Buch vom effektiven Arbeiten durch gezieltes Nichtstun.
Aus dem Englischen v. Maria Andreas.
München: Goldmann, 2015. 125 Seiten.
cover


Zehn Gebote des Schreibens

Zehn Gebote des Schreibens

«Regeln für die Ausnahme: Über die ‹Zehn Gebote des Schreibens›.»
Neue Zürcher Zeitung 18.4.2012: S. 51.
 Gebote des Schreibens NZZ_2012-4-18.pdf

42 Schriftstellerinnen und Schriftsteller – von Margaret Atwood bis Juli Zeh – verraten in diesem schmucken Büchlein ihre goldenen Regeln des Schreiens. Die Idee mit den zehn Geboten geht auf den amerikanischen Erfolgsautor Elmore Leonard zurück, der seine Regeln 2001 für die New York Times niederschrieb.

Zehn Gebote des Schreiben.
München: Deutsche Verlags-Anstalt, 2011.
176 Seiten.

Elmore Leonard
10 Rules of Writing.
Illustrated by Joe Ciardiello.
London: Weidenfeld & Nicolson, 2010. 92 Seiten.

Otfried Preussler: Ich bin ein Geschichtenerzähler

Rezension.
Buch & Maus 3 (2010): S. 32.
SIKJM Rezensionsdatenbank

Otfried Preussler.
Ich bin ein Geschichtenerzähler.
Herausgegeben von Susanne Preussler-Bitsch und Regine Stigloher.
Stuttgart: Thienemann, 2010.
267 Seiten.

Preussler erzählt von literarischen Vorbildern, von der Liebe zum Theaterspiel, von seinen Erfahrungen als Schulmeister und den Anfängen als Autor für den Rundfunk. Man merkt bald: Hier schreibt einer, dem das Fabulieren und Erzählen Spass macht und der sein Handwerk mit gröss­ter Hingabe und Sorgfalt betreibt.

Magoria by Daniel Ammann