
Manchmal sorgt Jane Austen für ein bisschen Chaos. Wie schon Amanda Price aus der Miniserie Lost in Austen (2008) hat auch die Pariser Buchhändlerin Agathe Robinson im Spielfilm Jane Austen a gâché ma vie (2024) bislang wenig romantisches Glück in der Liebe. Amanda wird durch ein Hintertürchen aus dem 21. Jahrhundert in Austens Roman Stolz und Vorurteil katapultiert und muss dort dafür sorgen, dass Mr. Darcy ihr nicht zu nahe kommt. Schliesslich darf sich der Plot der Geschichte nicht ändern. Bei Agathe wiederum sorgt ein Aufenthaltsstipendium für eine radikale Veränderung. Aufgrund eines Romananfangs, den ihr Kollege hinter ihrem Rücken eingereicht hat, wird sie nach England in die Jane Austen Residency eingeladen. Der Traum vom Leben als Schriftstellerin könnte damit etwas näher rücken, löst bei ihr aber mehr Panik als Begeisterung aus. Die Buchhändlerin hat zwar für jede Lebenslage einen Jane-Austen-Lesetipp parat, aber was das eigene Schreiben angeht, siegt Stagnation über Inspiration. Wie Emma Woodhouse oder Elizabeth Bennet aus den Romanen ihrer Lieblingsautorin muss auch Agathe sich zuerst von Vorurteilen und Illusionen lösen, bevor das Glück sich einstellt.

16.12.2025: Happy Birthday, Jane Austen! – Wenn eine Autorin 250 Jahre nach ihrer Geburt und einem kurzen Leben (sie wurde nur 41) immer noch gelesen, geliebt und gefeiert wird, ist das eine Freude. Wir können aber nicht nur Jane Austen lesen, sondern auch über Jane Austen. Aktuell legen Janine Barchas und Isabel Greenberg «ihr Leben als Graphic Novel» vor (Penguin 2025, in der Übersetzung von Eva Bonné). Mit der Biografie Darling Jane (Reclam, 5. Aufl. 2025) gibt uns der Jane-Austen-Kenner und -Übersetzer Christian Grawe Einblick ins Leben der Autorin «zwischen Tee und Tinte». Maxine Wildner wiederum versucht mit Jane Austen – Stolz und Leidenschaft (Insel 2025) eine fiktionale Annäherung.


