Der Pluri-Plural

Der Pluri-Plural

Zum Jahresausklang und für die guten Vorsätze wieder mal eine kleine Sprachglosse.
Kennen Sie den Pluri-Plural? Falls nicht, kommen Ihnen die folgenden Beispiele sicher bekannt vor.

Wahrscheinlich hat sich jemand gedacht, wenn das Adjektiv schon einen Komparativ und einen Superlativ kennt, sollte sich auch ein Substantiv doppelt steigern und mehren lassen. Sogar in der Tagesschau war letzthin von «Graffitis» die Rede. Das muss dann wohl der Pluri-Plural zur einfachen Mehrzahl sein – denn ein Graffito oder zwei Graffiti kommen selten allein.

Im Alltag wimmelt es von solchen Super-Mehrzahlen: Visum – Visa – Visas. Antibiotikum – Antibiotika – Antibiotikas (Letztere müssen besonders gut wirken). Auch von einem Spaghetto wird man kaum satt. Mit Pastas (oder Pasten?) kenn ich mich aus. Da reicht ein einziges Praktikum in der Gastronomie nicht weit. Erst nach drei Praktikas schafft man es, mehrere Teller Spaghettis auf einem Arm zu servieren.

Natürlich nehm ich Sie ein bisschen auf den Arm, Sie Ärmste:r. Aber keine Sorge. Einige Pluri-Plurale haben bereits Eingang in die Umgangssprache gefunden.
Im Zweifelsfall kann an ja nachschlagen. Lexikas gibt es ja en masse. Im Duden steht zum Beispiel, die Form Graffiti könne sowohl für den Singular als auch den Plural verwendet werden, aber auch im geschriebenen Standard finde sich manchmal «Graffitis».

Daniel Ammann, 29.12.2025

Der adverbiale Akkusativ

Der adverbiale Akkusativ

Einen kurzen Moment, bitte … Kennen Sie den adverbialen Akkusativ1? Dann herzlichen Glückwunsch. Wie der Genitiv gehört er nämlich zu den bedrohten Fällen. Einen Schritt weiter und auch er ist einen Kopf kürzer. Bei der Bahn ist er bereits unter die Räder gekommen.

Der adverbiale Akkusativ

Machen wir es einen Tick besser. Einen schönen Gruss und vielen Dank.

Daniel Ammann, 3.9.2025


  1. Dudeneintrag (Sprachliche Zweifelsfälle) zum adverbialen Akkusativ: ↩︎
Magoria by Daniel Ammann