Rezension
NZZ am Sonntag 24.6.2018, Literaturbeilage
«Bücher am Sonntag», S. 12.
Download
Estelle Laure.
Während ich vom Leben träumte.
Aus dem Amerikanischen von Sophie Zeitz.
Frankfurt/M.: Fischer KJB, 2018. 299 Seiten. Ab 14 Jahren.

Rezension
NZZ am Sonntag 24.6.2018, Literaturbeilage
«Bücher am Sonntag», S. 12.
Download
Estelle Laure.
Während ich vom Leben träumte.
Aus dem Amerikanischen von Sophie Zeitz.
Frankfurt/M.: Fischer KJB, 2018. 299 Seiten. Ab 14 Jahren.

Die Arbeit am Text ist wenig fotogen. Wird der Schreibakt trotzdem auf die Leinwand gebracht, dann nur in Extremform, als wilder Aus- oder fataler Zusammenbruch.
Filmbulletin 7 (Okt. 2017): S. 48–49.
Download
dx.doi.org/10.5169/seals-863300 (Download PDF auf e-periodica)
Download (ganzes Heft auf e-periodica)

Wir leben in einer visuell geprägten Welt. Ein Alltag ohne Stimmen, Geräusche und Musik ist für die meisten trotzdem kaum vorstellbar. Dennoch leben rund 70 Millionen Menschen weltweit in der Stille. Sie sind gehörlos oder verfügen über ein zu geringes Resthörvermögen, um sich auditiv orientieren oder ungehindert mit Hörenden kommunizieren zu können.
«Auch Gebärden können laut sein.»
Neue Zürcher Zeitung 17.5.2018, S. 36.
nzz.ch/feuilleton/
Wonderstruck.
USA 2017. Regie: Todd Haynes.
Drehbuch und Vorlage: Brian Selznick.
Rezension
Buch & Maus 1 (2018): S. 34
sikjm.ch/rezensionen
Download
Barry Jonsberg.
Das ist kein Spiel.
Aus dem Englischen von Ursula Höfker.
München: cbt, 2017. 319 Seiten.

Widerwillig begibt sich die Schulklasse in die miefige Stadtbibliothek. Eine unscheinbare Autorin beginnt hinter einem Vorhang fettiger Haare zu lesen. Keiner hört richtig zu, ausser der vierzehnjährigen Kim, die sich in der Geschichte sofort wiedererkennt. Das sind doch ihre Worte, ihre Gedanken! Diese Schriftstellerin hat ihr Leben geklaut.
Was als Parodie und Kritik hilfloser Bildungsbeflissenheit beginnt, macht Alina Bronsky schon nach wenigen Seiten zu einem verstörenden Leseabenteuer. Für die Ich-Erzählerin Kim sind die Parallelen zu ihrem richtigen Leben eine Kampfansage. Sie muss der Sache auf den Grund gehen. Weil in dem Buch jedoch Dinge stehen, die erst passieren werden, traut sie sich gar nicht, bis zum Ende zu lesen. Kims beste Freundin Petrowna, eine körperlich wie geistig überragende Erscheinung, bleibt zwar skeptisch («Hast du überhaupt schon einmal ein Buch angefasst?»), entwickelt aber bald einen Plan, wie sich Kim aus den Fängen der Fiktion befreien kann. Um das Leben einer Romanfigur (und eines Mitschülers) zu retten, ist den beiden Teenagern jedes Mittel recht.
Nach den dystopischen Fantasyromanen Spiegelkind und Spiegelriss (der letzte Teil der Trilogie steht noch aus) ist dies Alina Bronskys erstes «realistisches» Jugendbuch. Mit seinem frech-witzigen Erzählton und eigenwilligen Charakteren knüpft es direkt an Scherbenpark (2008) und Nenn mich einfach Superheld (2013) an. Beide Romane waren zwar in einem Programm für Erwachsene erschienen, erreichten mit ihren 17-jährigen Protagonisten aber auch ein jugendliches Publikum. Scherbenpark war für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert und wurde erfolgreich fürs Kino adaptiert.
Für das etwas jüngere Zielpublikum zeichnet Alina Bronsky in ihrem neuen Roman ein weniger hartes Bild der Wirklichkeit. Dennoch haben ihre jugendlichen Heldinnen neben der Selbstfindung auch diesmal mit Scheidungseltern, sozialen Spannungen und kultureller Integration zu kämpfen. Und wiederum weisen Bildung und Freundschaft den Weg in eine bessere Welt.
Daniel Ammann
Erschienen in:
NZZ am Sonntag 10.12.2017, Literaturbeilage
«Bücher am Sonntag», S. 13.
Download
Alina Bronsky.
Und du kommst auch drin vor.
München: dtv, 2017. 190 Seiten. Ab 12 Jahren.

Der Fall ist klar. Ein junger Autor gelangt in den Besitz eines 65 Jahre alten Romanmanuskripts, tippt es Wort für Wort ab und veröffentlicht den Text unter seinem eigenen Namen. Über die Schuldfrage bestehen keine Zweifel. – Über authentisches Schreiben zwischen Scham, Schmerz und Schuld.
«Momente der Wahrheit – Schreiben zwischen Schmerz und Scham. Eine Fallanalyse anhand des Spielfilms The Words.» Schreiben und Scham: Wenn ein Affekt zur Sprache kommt. Hrsg. v. Monique Honegger. Giessen: Psychosozial-Verlag, 2015. S. 105–124.

The Words – Der Dieb der Worte.
USA 2012. Zürich: Ascot Elite Home Entertainment, 2013. DVD.

Ein junger Mann entdeckt ein Manuskript, das von einer tragischen Liebesgeschichte erzählt. Wort für Wort tippt er den Text in den Computer, und um seine Liebste in ihrer Begeisterung nicht zu enttäuschen, lässt er sie und die Welt im Glauben, es handle sich um sein Werk. Der Held wird zum literarischen Shootingstar. Doch dann meldet sich ein alter Mann, der sich als der wahre Autor zu erkennen gibt …